Parkinson Die Parkinson’sche Erkrankung ist eine häufige neurologische Erkrankung, zwei bis drei von 1000 Einwohnern in Deutschland leiden darunter. Die Ursache für Parkinson ist nur teils bekannt. Im Vordergrund beim Parkinson stehen Veränderungen bestimmter Botenstoffe im Gehirn für einzelne Hirnbezirke, insbesondere der Botenstoff Dopamin ist beim Parkinson vermindert. Meist tritt der Parkinson nicht plötzlich, sondern schleichend auf und ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters.
Parkinson: Symptome Bewegungsstörungen sind typisch für Symptome beim Parkinson. Die Parkinson - Patienten haben eine verminderte Beweglichkeit bis hin zum Bewegungsverlust, sie haben Schwierigkeiten eine beabsichtigte Bewegung in Gang zu bringen bzw. sie gleichmäßig fortzuführen. Weiter gehört zu den Symptomen des Parkinson auch eine so genannte Tonuserhöhung. Dies bedeutet, dass die Muskulatur steif wird und sich schwerer bewegen lässt. Weiterhin ist typisch für den Parkinson ein Zittern, insbesondere der Hände in Ruhe, der so genannte Ruhetremor.
Oft
haben die Parkinson – Betroffenen eine maskenhafte Starre des Gesichts mit
mangelndem Lidschlag. Auffällig ist ferner beim Parkinson das fehlende
Mitschwingen der Arme beim Laufen und die leise und monotone Sprache. Auch
merken Parkinson – Betroffene erste Symptome der Erkrankungen oft durch
vermehrte Schwierigkeiten beim Schreiben. Die beschriebenen motorischen
Schwierigkeiten münden auch oft in einen kleinschrittigen und vornübergebeugten
Gang. Parkinson – Betroffenen gelingt es dabei nur eingeschränkt, ablaufende
Bewegungen ausreichend zu kontrollieren. Besonders der Bewegungsstart ist hier
betroffen und das Gangmuster zeigt neben der vornübergebeugten Haltung die
typische Beugehaltung im Bereich der Knie- und Ellenbogengelenke. Auch die
Gleichgewichtsreaktionen laufen verzögert und oft nicht angemessen ab. Dabei
sind die Parkinson – Betroffenen erheblich sturzgefährdet und ziehen sich häufig
auch äußere Verletzungen zu. Parkinson – Betroffene brauchen für ihre alltäglichen Bewegungen, wie Anziehen, Körperpflege oder Rasieren sehr viel mehr Zeit als Gesunde. Neben diesen sichtbaren Symptomen haben Parkinson – Betroffene auch weitere Einschränkungen, die oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. Zu nennen sind hier als typische Parkinsonsymptome: Depression, vegetative Störungen, wie vermehrter Speichelfluss, Schwitzen, Darmträgheit und erhöhter Harndrang.
P Die Therapie für Parkinson erfolgt über Medikamente und Rehabilitation. Als wirksamstes Medikament gilt nach wie vor der Ersatz von Dopamin in Form von L-Dopa oder so genannte Dopaminagonisten. In den letzten Jahren hat sich dabei bei der Behandlung von Parkinson zunehmend gezeigt, dass nach der Erstdiagnostik zunächst mit einem Agonisten behandelt wird, diese Therapie kann durchaus einige Jahre als Monotherapie durchgeführt werden. Vorteil dieser Parkinson - Therapie ist, dass die Gewöhnung des Körpers an Dopamin so gering wie möglich gehalten wird und erst so spät wie möglich mit dem eigentlichen Ersatz mit Dopamin begonnen wird. In den letzten Jahren sind zahlreiche neue Dopaminagonisten auf den Markt gekommen, zu nennen sind hier z.B. die Medikamente Pergolid (Handelsname Parkotil), Ropinirol (Handelsname Requip), Pramipexol (Handelsname Sifrol) oder Cabergolin (Handelsname Cabaseril). Diese teilweise nicht billigen Medikamente ermöglichen eine feindosierte und exakte medikamentöse Therapie bei Parkinson - Betroffenen, wichtig ist die langsame medikamentöse Einstellung auf dieses Medikament und die jederzeitige Beachtung von Nebenwirkungen, wie Kreislaufprobleme, Magendarmsymptome oder auch psychotische Symptome, die sich oft in Form von lebhaften Träumen ankündigen. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Beachtung von diesen Parkinson - Medikamenten für den behandelnden Arzt ist, dass die meisten der Dopaminagonisten die Wachheit der Parkinson – Betroffenen herabsetzen, dies kann insbesondere Auswirkungen auf das Führen eines Kraftfahrzeuges haben. Weitere Medikamente in der Behandlung von Parkinson sind z.B. Amantadin, COMT-Hemmer oder Anticholinergika. Eine Zukunftsperspektive für die Parkinson - Therapie bietet die Neurochirurgie. Erste Versuche mit embryonalen Stammzellen verliefen in den letzten Jahren recht erfolgversprechend. In Deutschland wird derzeitig hauptsächlich die sogenannte Tiefenhirnstimulation bei Parkinson durchgeführt. In diesem mikrochirurgischen Verfahren werden feine Elektroden millimetergenau in bestimmte Hirnstrukturen platziert und an so genannte Impulsgeneratoren, die wie Schrittmacher arbeiten, angeschlossen.
P
Für
die Rehabilitation von Parkinson – Betroffenen in der Wicker - Klinik Bad
Wildungen ist der interdisziplinäre Ansatz für Physio- und Ergotherapie,
physikalische Therapie, Logopädie und psychologische Unterstützung sehr
wichtig.
Die
Physiotherapie behandelt Parkinson – Patienten mit einer Verbesserung bzw.
Erhaltung der aktiven und passiven Mobilität in allen Gelenken. Konkret
bedeutet dies eine Behandlung der häufig vorhandenen Starthemmungen einer
Reduktion des Rigors (Muskelsteife). Muskeldehnungstechniken, rhythmische
Bewegungsmuster und Koordinationsübungen finden hier bei Parkinson - Patienten
Anwendung in der Rehabilitation.
Ferner
ist für die Rehabilitation wichtig: Erhaltung des Gleichgewichts, Behandlung
des Ruhetremors und Erlernen bzw. Fortführen von Entspannungstechniken, wie
progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training etc.. Auch die Aufstellung
eines individuellen Trainingsprogramms zur Verbesserung der Kondition und
Ausdauerleistung ist bei Betroffenen mit Parkinson sehr wichtig.
In
der Rehabilitation von Parkinson - Betroffenen ist ebenfalls die Vermeidung von
Kontrakturen zu beachten. Der Parkinson – Betroffene muss regelmäßig dazu
angehalten werden, zumindest einmal täglich sämtliche Gelenke in vollem
Bewegungsumfang auf aktiver Basis zu bewegen. Hierbei sollte Schwerpunkt die Förderung
der Beweglichkeit der Wirbelsäule sein mit gezielten Drehbewegungen von Kopf
und Wirbelsäule. Die physiotherapeutische PNF-Methode hat sich dabei als sehr
wirkungsvoll für Parkinson – Betroffene erwiesen.
Auch
der Muskeltonus sollte in der physiotherapeutischen Rehabilitation von Parkinson
– Betroffenen Berücksichtigung finden. Parkinson – Betroffene neigen dazu,
ihre insgesamt reduzierte Beweglichkeit durch einen erhöhten Muskeltonus mit
Tendenz zur Kontraktion zu kompensieren. Die Physiotherapie leitet den Parkinson
– Betroffenen in der Rehabilitation daher an, bestimmte Bewegungen im
entsprechend reduzierten Tonus durchzuführen und es werden gezielte wiederholte
Übungen wie z.B. das Fallenlassen eines Armes durchgeführt. Ebenfalls
tonusmindernd wirkt sich natürlich das passive Dehnen verschiedener
Muskelgruppen aus. Die immer wieder durchgeführte Behandlungseinheit in der
Rehabilitation im Sinne einer repetitiven Therapie ist dabei äußerst wichtig
und führt zu einer Besserung der neurologischen Symptome. Die therapeutischen
Übungen sollten dabei möglichst in Richtung der Schwerkraft durchgeführt
werden bzw. die Therapeuten sollten in den Übungen die Eigenschwere der
betroffenen Extremitäten übernehmen. In der Physiotherapie und auch in der
sonstigen Rehabilitation von Parkinson – Betroffenen ist die Einhaltung
ausreichender Pausen wichtig, da die Ausdauerfähigkeit von Parkinson –
Betroffenen im Vergleich zur Normalbevölkerung natürlich reduziert ist.
Grundsätzlich
ist die Therapie von Parkinson – Betroffenen auf bestimmte „Bausteine“ der
Erkrankung ausgerichtet und sollte diese gezielt behandeln wie z.B. das fehlende
Mitschwingen der Arme oder Starthemmungen. Letzteres kann z.B. behandelt werden
durch Start der Bewegungen nach bestimmten imaginären Vorstellungen oder auch
dem Zählen bis zu einer bestimmten Zahl. Weitere Schwerpunkte der
physiotherpeutischen Rehabilitation von Parkinson – Betroffenen sind die
Beeinträchtigungen des Drehens und Umdrehens im Sitzen, Stehen und Gehen, des
Umdrehens im Liegen und das Aufstehen und Hinsetzen.
Ein
weiterer wichtiger therapeutischer Baustein in der Behandlung von Parkinson ist
die Ergotherapie. Hier wird Koordinationstraining für Körperschwung und
Feinmotorik durchgeführt. Ferner ist für Parkinson – Patienten das
Schreibtraining oft sehr wichtig und auch neuropsychologisches Training zur
Steigerung der Konzentration, des Kurzzeitgedächtnisses und der Wortfindung.
Die Hilfsmittelversorgung und das Selbsthilfetraining in Einzeltherapie, auch
unter Einbeziehung der Angehörigen ist ebenfalls Bestandteil der Therapie für
Parkinson – Patienten, auch Fahrproben im behindertengerechten Pkw.
Parkinson
– Betroffene sind auch sehr dankbar in unserem Rehabilitationsprogramm für
Physikalische Therapie. Zu nennen sind hier: Massagen, Wärmeanwendungen, Moor-
und Heupackungen.
Häufig
steht bei Parkinson – Betroffenen Störungen der Sprache und des Schluckens im
Vordergrund der Symptome. Hier setzt in der Wicker-Klinik Bad Wildungen die
Logopädie an mit systematischem Schlucktraining und dem Erlernen
kompensatorischer Schlucktechniken. Auch die psychologische Betreuung ist für
Parkinson – Betroffene sehr wichtig. Depressionen sind eine häufige
Begleiterscheinung bei Parkinson und bei Bedarf erfolgt hier auch die
Einbeziehung der Angehörigen.
Selbstverständlich
gehören auch zum Rehabilitationsprogramm der Wicker-Klinik bei Parkinson die
regelmäßigen ärztlichen Visiten mit Überprüfung und ggf. Änderungen der
medikamentösen Therapie. Die Klinik ist nach den Qualitätsgrundsätzen der DIN-EN ISO 9001 zertifiziert. Die Behandlung der Patienten erfolgt nach den Richtlinien und Vorgaben der jeweiligen Kostenträger. Jeder Chefarzt hat eine langjährige Erfahrung aus seinem Fachgebiet, je nach Schweregrad und Krankheitsverlauf werden individuelle Therapien bei den Patienten durchgeführt.
Mit den besten Wünschen für Ihre
Gesundheit!
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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